089 - Reparieren statt wegwerfen

Gemeinsam tüfteln im Repair-Café

Der Wasserkocher, das alte Radio oder der Schaukelstuhl – gehen sie kaputt und kann man sie selbst nicht reparieren, so landen sie meist auf dem Müll. Denn die Reparatur in einer Werkstatt ist sehr zeitaufwändig und damit teuer. Also wegwerfen und neu kaufen?

 
Eine ganze Zeit lang galten sie als schrullig, die Menschen, die in ihrer verborgenen Bastelstube sitzen und mit Liebe und Geduld alte Geräte wieder funktionstüchtig machen. Doch seit das schnelle Wegwerfen immer mehr aus der Mode kommt, sind diese Experten sehr gefragt! Menschen tragen ihre kaputten Gegenstände zu regelmäßig stattfindenden öffentlichen Veranstaltungen, bei denen die Tüftler ihr Können kostenlos zur Verfügung stellen und damit anderen helfen. Und weil während der Montage auch gemeinsam Kaffee getrunken und geplaudert wird, nennt man solche Treffen Reparatur- oder Repair-Cafés.

Die Idee entstand vor einigen Jahren in den Niederlanden und ist so gut, dass es inzwischen in fast allen Städten Repair-Cafés gibt. Wie zum Beispiel in Freiburg, wo einmal im Monat zum Reparatur-Café in einen Senioren-Treff geladen wird.

In Emmendingen hat der Caritasverband die Idee aufgegriffen und bietet mit seinem „Zentrum für neue Arbeit – 48 Grad Süd“ ein Repair-Café an, in dem neben Ehrenamtlichen auch Menschen aus dem Beschäftigungsprojekt als Fachleute zur Verfügung stehen. Bei so schönen Gelegenheiten zum gemeinsamen Reparieren freut man sich fast, wenn endlich mal wieder etwas kaputt geht!

Schöpfungs-Tipp Nr. 89 / Juni 2015
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